Money Market
Definition der Geldmarktgeschäfte
Geldmarktgeschäfte
Der Geldmarkt ist die allgemeine Bezeichnung für die Märkte, in welchen Banken untereinander Geld ausborgen und verleihen, Finanzierungsinstrumente wie Inhaberpapiere (CDs) oder Vereinbarungen wie Repos und Reverse-Repos handeln. Die Geschäfte laufen normalerweise bis zu einem Jahr. Der Markt stellt hier kurz bis mittelfristige Liquidität im globalen finanziellen System zur Verfügung. Ableitungen des Geldmarktes schließen Eonia Swaps, Fixzinsvereinbarungen (FRAs), Futures und ähnliches mit ein.
Devisenswap
Bei einem FX Swap wird eine Währung gegen eine andere für einen gewissen Zeitabschnitt zu einem bestimmten Wechselkurs ausgetauscht und zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vereinbarten Wechselkurs wieder zurückgetauscht. Der FX Swap ist ein Kassageschäft und ein Devisentermingeschäft, welche in die entgegengesetzte Richtungen laufen, bzw. zwei Devisentermingeschäfte mit verschiedenen Valutierungen, welche ebenfalls in die entgegengesetzten Richtungen laufen.
Die Kosten eines FX Swaps werden durch den Zinssatzunterschied der beiden Währungen festgestellt und in Swappunkten quotiert. Der Gebrauch von FX Swaps ist ähnlich dem Ausborgen und dem Verleihen von Währungen auf besicherter Grundlage. Im Allgemeinen werden Sie von Marktteilnehmern für Liquiditätsmanagement, der Absicherung und dem Eingehen von Zinspositionen u.ä. verwendet.
Futures
Futures sind, im Unterschied zu Forwards, standardisiert und äußerst fungibel. Um Verluste durch Insolvenz einer Vertragspartei zu vermeiden und um den Abschluss eines Future-Kontraktes leichter zu ermöglichen wird der Kontrakt über ein Clearing House abgewickelt. Die Vertragsparteien haben dabei dem Clearing House Sicherheitsleistungen zu erbringen. Dieses Verfahren wird auch Marking–to–Market oder täglicher Gewinn– und Verlustausgleich genannt, es sichert die Vertragserfüllung.
Forward-Rate-Agreement
Ein Forward-Rate-Agreement ist ein außerbörsliches Zinstermingeschäft zweier Parteien über einen Zinssatz, der für einen vereinbarten Zeitraum in der Zukunft (Laufzeiten bis 2 Jahre) verbindlich ist.
Zins-Cap
Der Zins-Cap ist eine vertragliche Vereinbarung, bei der dem Cap-Käufer gegen Zahlung einer Prämie eine Zinssatzobergrenze (Strike) garantiert wird.
Ein Kreditnehmer eines variabel verzinsten Kredits möchte, daß die resultierende Zinsbelastung eine festgelegte Zinsobergrenze nicht übersteigt. Zusätzlich möchte er auch noch von fallenden Zinsen partizipieren. Der Kauf eines ZINS-CAPS (Interest Rate Cap) erfüllt genau diese Funktion.
Der Zins-Cap ist eine vertragliche Vereinbarung, bei der dem Cap-Käufer gegen Zahlung einer Prämie eine Zinssatzobergrenze (Strike) garantiert wird. Steigt der dem Cap zugrundeliegende variable Referenzzinssatz (meist EURIBOR oder LIBOR) an den einzelnen Fixings über diesen Strike, so zahlt der Cap-Verkäufer den entsprechenden Differenzbetrag an den Cap-Käufer.
Bezüglich der Werteinflussfaktoren für Caps gilt:
Je länger die Laufzeit, desto höher die Cap-Kosten.
Je tiefer die Zinsobergrenze (Strike), desto höher die Cap-Kosten.
Zins-Collar
Der ZINS-COLLAR (Interest Rate Collar) ist ein individuell gestalteter Vertrag, mit dem der Käufer einen Cap kauft, um seine variablen Zinszahlungen nach oben zu begrenzen und gleichzeitig einen Floor verkauft, um aus der dadurch resultierenden Prämieneinnahme die Cap-Kosten zu reduzieren.
Damit ist der Collar-Käufer gegen das Ansteigen des zugrundeliegenden variablen Referenzzinssatzes (z.B. 3-Monats EURIBOR) bis zum Strike des gekauften Caps abgesichert. Gleichzeitig ist sein maximal mögliches Zinssenkungspotential auf den Strike des verkauften Floors beschränkt.
Durch entsprechende Wahl der gekauften Zinsobergrenze ist bei einer bestimmten Marktkonstellation eine Reduzierung der Collar-Prämie auf Null möglich (ZERO COST ZINSCOLLAR).
Vergleich: Standard ZINS-CAP und ZINS-COLLAR
Vorteile:
100% Partizipation bei fallenden Zinsen
Nachteile:
Vergleichsweise höhere Kosten
Nur begrenzte Partizipation bei fallenden Zinsen
Beispiel:
Steigt der variable Referenzzinssatz während der Collar-Laufzeit über den Strike des Caps, so hat der Collar-Käufer die Höhe seiner variablen Zinszahlungen nach oben abgesichert. Fällt der variable Referenzzinssatz unter den Strike des verkauften Floors, so ist der Collar-Käufer zur Zahlung der Zinssatzuntergrenze (Floor Strike) verpflichtet.
Interest Rate Swap
Bei einem Zins-Swap wird für eine festgelegte Laufzeit eine Festsatzzinsszahlung gegen einen in regelmäßigen Abständen angepaßte variable Zinszahlung getauscht. Zins-Swaps sind individuell gestaltete Kontrakte, die u.a. dazu dienen, einen Festsatzkredit in einen variabel verzinsten Kredit umzuwandeln oder vice versa.