Risikomanagement
Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement liegt beim Konzernvorstand der Österreichischen Volksbanken-AG. Dieser entscheidet über die grundsätzlich anzuwendenden Risikomanagement-Verfahren. Der Vorstand definiert auch die risikopolitische Grundhaltung des Konzerns der Österreichischen Volksbanken-AG, auf deren Grundlage alle Entscheidungen bei bankbetrieblichen Geschäften getroffen werden.
Diese risikopolitische Grundhaltung wird durch Verhaltensregeln zum Umgang mit Risiken im Konzern der Österreichischen Volksbanken-AG konkretisiert und ist in der vom Vorstand beschlossenen Risikostrategie dokumentiert. Ein konzernweites Verständnis der risikopolitischen Grundsätze ist die Basis eines einheitlichen Risikobewusstseins und einer einheitlichen Risikokultur. Die Geschäftsleitung und alle Mitarbeiter des Österreichischen Volksbanken-AG Konzerns werden daher verpflichtet, die risikopolitischen Grundsätze einzuhalten und ihre Entscheidungen gemäß der vorgegebenen Leitlinien zu treffen.
Chief Risk Officer
Der Chief Risk Officer (CRO) ist Mitglied des Vorstandes. Er ist organisatorisch und fachlich für strategisches Risikomanagement, operatives Risikomanagement und Konzernrisikosteuerung verantwortlich. In dieser Funktion informiert er den Gesamtvorstand sowie den Aufsichtsrat regelmäßig über die Risikolage des Konzerns der Österreichischen Volksbanken-AG.
Die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten im Rahmen des Risikomanagement-Prozesses sind eindeutig definiert und festgelegt. Damit sind risikonehmende Organisationseinheiten (Markt) von Organisationseinheiten, die der Überwachung und Kommunikation von Risiken dienen (Marktfolge), funktional getrennt. Die Aufbauorganisation trägt der aufsichtsrechtlich geforderten Trennung zwischen den Marktbereichen einerseits und den Marktfolgebereichen andererseits Rechnung.
Die Quantifizierung der Risiken sowie der Risikodeckungsmasse und die Steuerung der Risiken erfolgen durch die zentrale, von den Marktbereichen unabhängigen Organisationseinheit Strategisches Risikomanagement und deren Unterorganisationseinheiten. Das Strategische Risikomanagement ist konzernweit für die Entwicklung und Implementierung von Risikomanagement-Verfahren für alle Risikoarten zuständig.
Die Töchter der Österreichischen Volksbanken-AG werden bei der laufenden Weiterentwicklung der Methoden und Verfahren im Risikomanagement aktiv eingebunden. So kann frühzeitig ein gemeinsames Risikoverständnis gebildet und im Konzern vorhandenes Know-how effizient genutzt werden. Gleichzeitig wird damit die Grundlage für die konsistente Risikomessung und -steuerung innerhalb des Konzerns der Österreichischen Volksbanken-AG geschaffen.
Aktuelle Entwicklungen
Die anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch die Aktivitäten im Risikomanagement des ÖVAG Konzerns stark beeinflusst. Einen Schwerpunkt bildet die kontinuierliche, methodische und inhaltliche Weiterentwicklung der Risikomanagementprozesse. Durch die Ausweitung der risikopolitischen Leitlinien, neu eingerichtete Risikogremien und neu geregelte Kreditprozesse werden Entscheidungen beschleunigt und gleichzeitig wird die Qualität der Entscheidungsgrundlagen weiter verbessert.
Begleitet werden diese Aktivitäten von zusätzlichen Qualitätssicherungsprozessen zur nachhaltigen Sicherstellung der Datenqualität, die auch für Maßnahmen zur RWA-Optimierung genutzt werden können. Die Abbildung kreditrisikorelevanter Geschäfte in den EDV-Systemen wurde hinsichtlich der Minimierung der RWA-Belastung verbessert und gleichzeitig RWA-optimierende Kalibrierungen am Basel 2-Rechenkern in Abstimmung mit der österreichischen Aufsicht vorgenommen.
Die Messung, Limitierung und Steuerung des Kreditrisikos konnte durch den Einsatz eines eigenentwickelten Kreditportfoliomodells deutlich verbessert werden. Das Kreditrisiko auf Basis Credit Value at Risk vervollständigt nun das tourliche Risikoreporting. Die Erstellung des monatlichen Kreditrisikoreports konnte weiter beschleunigt und inhaltlich um neue Kennzahlen und Darstellungen aufgewertet werden.
Das bereits seit 2009 eingesetzte Modell zur Quantifizierung des Credit Spread-Risikos wurde auf ein 2-Phasenmodell weiterentwickelt, das eine risikosensitive Limitierung ermöglicht und das Limitsystem in diesem Bereich vervollständigt. Für das strukturelle Liquiditätsrisikomanagement wurden - angetrieben durch die aktuellen Entwicklungen am Finanzmarkt und auch gestiegene aufsichtsrechtliche Anforderungen - neue Methoden und Modelle implementiert, Key Rate Indicators definiert und ein Limitsystem entwickelt.
Das Thema Stresstesting steht unverändert im Fokus. Der Prozess zur Durchführung der Gesamtbankrisikostresstests wurde methodisch weiter verfeinert und durch Arbeitsgruppen mit Teilnehmern aus Markt- und Risikomanagementbereichen institutionalisiert.
Offenlegung gemäß Offenlegungsverordnung
Hier finden Sie die Offenlegung gemäß Offenlegungsverordnung als Download.