Trübe Aussichten für die Wirtschaft?
03.05.2012
Schlechte Nachrichten haben am Mittwochvormittag den Euro belastet. Der Kurs fiel am Vormittag von 1,3220 US Dollar auf zutiefst 1,3123 US Dollar.
Der Einkaufsmanagerindex aus der italienischen Industrie verschlechterte sich im April auf 43,8 Punkte von 47,9 Zählern im Vormonat. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 47,0 Stellen gerechnet. Der Index der Auftragseingänge brach auf 39,2 Punkte ein von 45,7 Zählern. Dies ist das größte Minus seit drei Jahren.
Investoren stießen italienische Staatsanleihen ab. Die Renditen der zehnjährigen Papiere stiegen auf 5,551 Prozent an.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April um 65.000 auf 2,96 Mio. gesunken). Der Rückgang ist im Vergleich zum April des Vorjahres wesentlich geringer als für diesen Monat üblich. Wenn man diesen Saisoneffekt heraus rechnet, hat sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum März überraschend um 19.000 erhöht . Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote verharrte bei 6,8%. Die Erwerbstätigkeit für den Monat März hat saisonbereinigt um 29.000 zugenommen.
Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in der Euro-Zone ist im April auf 45,9 Punkte von 47,7 Punkten im Vormonat gesunken.
In den USA schufen die privaten Unternehmen im April deutlich weniger neue Jobs als von Analysten und Volkswirten erwartet. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen stieg im vergangenen Monat lediglich um 119.000 – dies teilte die private Arbeitsagentur ADP mit. Das stellt den niedrigsten Wert seit September 2011 dar. Im März waren noch 201.000 neue Jobs geschaffen worden. Analysten hatten für April ein Plus von 177.000 erwartet. Das Arbeitsministerium veröffentlicht am Freitag die offiziellen Daten vom Stellenmarkt. Experten gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote bei 8,2 Prozent verharrt.
Auch das Auftragsvolumen der US-Industrie ist im März um 1,5 Prozent geschrumpft – das größte Minus seit rund drei Jahren.
Der Euro schloss in Europa bei 1,3152 US Dollar und liegt heute zu Handelsbeginn bei 1,3140 US Dollar. Gegenüber dem Schweizer Franken notiert der Kurs bei 1,2015 und gegenüber dem japanischen Yen bei 105,35.
Die Ölpreise haben sich am Donnerstag nach starken Verlusten am Vortag stabilisiert. Zur Wochenmitte waren die Notierungen am Ölmarkt deutlich unter Druck geraten. Ausschlaggebend waren einerseits ungünstige Konjunkturdaten aus dem Euroraum, insbesondere aus Italien. Dort war die Stimmung der Einkaufsmanager eingebrochen. Hinzu kamen ebenfalls schwache Zahlen aus den USA und neue Lagerdaten: Nach Daten des US-Energieministeriums vom Mittwoch sind die amerikanischen Vorräte an Rohöl auf den höchsten Stand seit 21 Jahren gestiegen. Die Zahlen bestätigen Expertenmeinungen, wonach die Ölmärkte trotz geopolitischer Risiken wie in Iran oder Sudan deutlich überversorgt sind.
Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung Juni notiert heute Morgen bei 118,31 US Dollar und das Barrel WTI kostet 105,16 US Dollar.
Quelle: dpa-AFX, rtr
