Hoffnungsschimmer für Griechenland
11.05.2012
Der Euro tendiert heute Morgen in Asien etwas schwächer. Der Kurs fiel auf ein dreieinhalb Monats-Tief von 1,2906 US Dollar, nachdem der Schlusskurs gestern in Europa noch bei 1,2961 US Dollar gelegen hatte.
Die komplizierte Regierungsbildung in Griechenland nach der Parlamentswahl am Sonntag und die daraus resultierenden schwierigen Mehrheitsverhältnisse legen die Vermutung nahe, dass das schuldengeplagte Land auf längere Zeit unregierbar bleiben wird, wiewohl auch seit gestern Abend ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht. Die Sozialisten unter Führung von Evangelos Venizelos und die kleine gemäßigte linke Partei Demokratische Linke (Dimar) haben sich darauf geeinigt, eine breite Koalition anzustreben. Es ist das erste Mal, dass zwei griechische Parteien sich auf eine Kooperation einigen. Die beiden Parteien haben zusammen nur 60 Sitze im 300-köpfigen Parlament. Mit ins Boot holen will Venizelos nun auch die Konservativen, mit deren Chef Samatis er sich heute beraten möchte. Rechnerisch könnten die Konservativen (108 Sitze) zusammen mit den Sozialisten und der kleinen Demokratischen Linken regieren. Zusammen hätten sie 168 Sitze.
Zwei politische Ziele sollen dann angepeilt werden. Erstens das Land im Euro zu halten und zweitens den derzeit politisch günstigen Wind zu nutzen um das strikte Sparprogramm etwas zu lockern.
Trotzdem steht auch der Verbleib in der Euro-Zone weiterhin zur Debatte, nachdem gestern bereits der deutsche Bundesfinanzminister Schäuble in einem Interview anmerkte, dass die Eurozone zum jetzigen Zeitpunkt stark genug sei um einen eventuellen Austritt Griechenlands besser zu verkraften, als dies noch vor einiger Zeit der Fall gewesen wäre.
Zu Handels beginn in Europa liegt der Kurs des Euro bei 1,2917 US Dollar, 1,2010 Schweizer Franken und 103,15 japanischen Yen.
Die Ölpreise haben ihre Verlustserie am Freitagmorgen fortgesetzt. Die anhaltenden Probleme in Griechenland und Spanien belasten weiter die Stimmung an den Märkten. Obwohl die Regierungsbildung in Griechenland nach einer chaotischen Woche nun doch noch gelingen könnte, bleibt die Risikofreude an den Märkten gedämpft. Auch nach Spanien, wo am heutigen Freitag eine Bankenreform durch das Parlament gebracht werden soll, blicken Anleger mit Skepsis. Für einen Befreiungsschlag, der die Probleme im Finanzsektor lösen würde, dürften Summen erforderlich sein, die aus dem spanischen Staatshaushalt niemals gestemmt werden können. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung Juni liegt heute Morgen bei 111,81 US Dollar und das Barrel WTI kostet 96,01 US Dollar.
Quelle: dpa-AFX, rtr
