Euro fällt auf tiefsten Stand seit vier Monaten
14.05.2012
Der belgische Notenbankchef Luc Coene merkte in einem Interview mit der ‚Financial Times‘ an, dass die EZB die Wachstumsprognose für die Euro-Zone im Juni senken könnte. Ein Rückgang sei möglich, dürfte aber nicht dramatisch oder fundamental ausfallen.
Analysten rechnen für das Jahr 2012 mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent. Im Februar hatte diese Einschätzung noch bei nur 0,1 Prozent gelegen. Coene sagte auch, dass die EZB, falls es notwendig sein sollte, die Zinsen noch weiter senken könnte, er selbst sehe aber für 2012 kein gesteigertes Inflationsrisiko.
Unterdessen haben spanische Banken angekündigt weitere Milliarden-Rückstellungen für faule Hypotheken zu bilden. Insgesamt soll es dabei um einen Betrag von dreißig Milliarden Euro gehen. Die spanische Regierung hat angekündigt notfalls Kredite für die betroffenen Institute zur Verfügung zu stellen, damit diese die Anforderungen entsprechend erfüllen könnten.
Bisher hat allerdings noch keine Bank den spanischen Staat um Hilfestellung gebeten. Auch die schwierige Regierungsbildung ein Griechenland birgt weiterhin Risiken für die Marktentwicklung in Europa. Am Freitagnachmittag sorgte zwar die Meldung einer
möglichen Koalition aus Sozialisten, der Demokratischen und Konservativen für kurzfristige Entspannung. Ob die Regierung allerdings wirklich zustande kommt, ist noch ungewiss. Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist derzeit jedenfalls kein undenkbares Szenario mehr. Allerdings betonen Analysten und Kommentatoren, das damit einhergehende Instabilitätsrisiko für die EU, denn dies könnte bedeuten, dass eventuell auch Spanien und Portugal diesen Weg wählen könnten.
Wie reagiert der Euro? Er fällt im fernöstlichen Handel auf 1,2880 US Dollar, den tiefsten Stand seit vier Monaten. Im frühen europäischen Handel liegt der Kurs leicht fester bei 1,2890 US Dollar. Gegenüber dem Schweizer Franken notiert der Euro unverändert bei 1,2010 und gegenüber dem japanischen Yen bei 103,10.
Auch die Ölpreise haben zu Wochenbeginn weiter nachgegeben. Für Belastung sorgt auch hier nach wie vor die europäische Schuldenkrise sowie die Probleme bei der Regierungsbildung in Griechenland. ab. Darüber hinaus hat das größte Opec-Mitglied Saudi Arabien am Wochenende bekräftigt, für moderate Ölpreise eintreten zu wollen. Ölminister Ali al-Naimi sprach von einem Brent-Preis bei 100 Dollar. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung Juni liegt heute Morgen bei 111,79 US Dollar und das Barrel WTI kostet 95,60 US Dollar.
Quelle: dpa-AFX, rtr
