Gescheiterte Regierungsbildung in Griechenland setzt Märkte unter Druck

16.05.2012

Der Kurs des Euro ist gestern nach Bekanntwerden des Scheiterns der Regierungsbildung gehörig unter Druck geraten. Der Tiefstkurs in Europa lag bei 1,2771 US Dollar. In den USA fiel der Kurs zutiefst dann auf 1,2723 US Dollar und setzte seien Talfahrt im fernöstlichen Handel fort, wo als Tagestief 1,2699 US Dollar gehandelt wurde.

Die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone sitzt anscheinend sehr tief und das Vertrauen in die Politik diese Krise zu bewältigen schwindet mehr und mehr.

Investoren und Analysten betonen auch die kaum abschätzbaren konjunkturellen Risiken für die Eurozone und die damit verbundene ‚Ansteckungsgefahr‘ für andere Euro-Länder. Dabei wächst in Deutschland die Wirtschaft zur Zeit so stark, dass die Euro-Zone, wie von manchen Analysten befürchtet, doch nicht in eine Rezession fällt. Die erwartete Talfahrt im Euroraum hat sich im ersten Quartal 2012 nicht fortgesetzt. Allerdings errechnet sich für die Euro-Wirtschaft ohne Deutschland ein Minus von 0,25 Prozent.

Zur Stimmungsaufhellung trug auch der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von New York bei. Er lag mit 17,09 Punkten doppelt so hoch wie erwartet.

Der US-Einzelhandel hat sich nach drei starken Monaten erwartungsgemäß etwas beruhigt: Im April setzte er 0,1% mehr als im März um. Gleichzeitig belegt das erneut solide Plus im Kerngeschäft, dass sich die Verbraucher von den zuletzt etwas schwächeren Arbeitsmarktdaten nicht abschrecken ließen.

Aus Furcht, dass Spanien und Italien vom Strudel einer Zahlungsunfähigkeit oder einem Euro-Austritt Griechenlands mitgerissen werden, trennten sich zahlreiche Investoren von den Anleihen dieser beiden Länder. Dies trieb die Renditen der jeweiligen zehnjährigen Bonds auf 6,372 beziehungsweise 6,034 Prozent.

Gleichzeitig stieg der Bund Future auf zuhöchst 143,69 Punkte an, fiel aber zum Tagesschluss wieder auf 143,45 Punkte, dies entspricht einer Rendite für die korrespondierende deutsche 10 jährige Bundesanleihe von 1,197 Prozent.

Die Ölpreise haben zur Wochenmitte abermals stark nachgegeben. Während US-Rohöl zurzeit so wenig wie seit etwa einem halben Jahr nicht mehr kostet, rangiert die Nordseesorte Brent in der Nähe eines Drei-Monats-Tiefs. Experten nennen zwei große Belastungsfaktoren am Ölmarkt. Zum einen sorgt die europäische Schuldenkrise und insbesondere die brisante Lage in Griechenland für Unsicherheit unter Investoren. Zum anderen werden die aktuell sehr großen Lagerbestände an Rohöl genannt. In den USA liegen die Vorräte zurzeit so hoch wie seit gut 20 Jahren nicht mehr. Am Mittwochnachmittag wird das US-Energieministerium neue Zahlen veröffentlichen.

Zu Handelsbeginn in Europa liegt der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung Juni bei 111,12 US Dollar und en Barrel WTI Lieferung Juni notiert bei 92,62 US Dollar.

Quelle: dpa-AFX, rtr

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